Die Eisbahn bei "Alle Wetter"

Am 4. Dezember war ein Team des Hessichen Rundfunk auf der Eisbahn in Weilmünster zur Besuch.

Julia Tzschätzsch interviewte den Eismeister Helmut Keller und ließ sich von der Eisbügel-Gruppe des Verkehrs- und Verschönerungsvereins in die Technik und Regeln des Eisbüglens einweisen.

Den Beitrag für die Sendung "Alle Wetter" können Sie auf der Webseite des hr fernsehen sehen.

Veröffentlicht am 06.12.17 um 19:57 Uhr – Quelle: © alle wetter – Player-Startbild © hr

Julia Tzschätzsch beim Interview mit Eismeister Helmut Keller.
Julia Tzschätzsch beim Interview mit Eismeister Helmut Keller.
Dreharbeiten auf der Eisfläche.
Dreharbeiten auf der Eisfläche.
Die Eisbügel-Gruppe des VuVV Weilmünster.
Die Eisbügel-Gruppe des VuVV Weilmünster.

Einzigartig in der Region – Das Wintererlebnis im Weiltal


Lassen Sie sich von der besonderen Atmosphäre auf dem Weilmünsterer Marktplatz begeistern. Seit 2008 können Sie hier jedes Jahr in der Weihnachtszeit auf der Eisbahn Runden drehen. Das Besondere daran: Durch die Überdachung der Bahn ist das Eislaufen bei jedem Wetter ein Vergnügen. Wer nicht eislaufen möchte, trifft sich hier auf einen Glühwein oder bei anderen Getränken, genießt eine Weihnachts-Bratwurst oder lässt sich einfach von der weihnachtlichen Atmosphäre einfangen.  


Verschiedene Rahmen-Veranstaltungen bringen viel Abwechslung in die Eislaufzeit: Von der Schlittschuh-Disco, der Hessischen Eisbügelmeisterschaft bis zu der langen Einkaufsnacht. Hier kommt jeder auf seine Kosten. Und sogar Nikolaus kommt vorbei.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungsterminen finden Sie unter "Events".

Das Highlight im Weiltal – Hessische Eisbügel-Meisterschaften

Am 16. Dezember ist es soweit - die 7. hessischen Meisterschaften im Eisbügeln finden auf dem Marktplatz in Weilmünster statt!

Seien Sie dabei wenn die Mannschaften ihre heißen Eisen über die Fläche schicken!

Wir sind gespannt, wer in diesem Jahr die ruhigste Hand, die ausgefeilteste Taktik und das beste Bügeleisen hat. 

Impressionen 2016

Unser Eismeister: „Wahl-Mittelhesse“ aus Oberbayern

Ein spannender Artikel aus den EC News 2016/17:

Was macht eigentlich? … Helmut Keller

1972 - 1976 / 1980 - 1982

 Ob Berliner Sportpalast, Luschniki Sportpalast in Moskau, Eisstadion Prešov in der damaligen CSSR, eine Schwimmhalle in Peking, Arenen in Seoul, Sapporo, Hongkong und OXahu auf Hawaii - an historischen, traditionellen und exotischen Stätten hat Helmut Keller im Laufe seiner erfolgreichen Karriere die Schlittschuhe geschnürt.

 Über 800 Partien stehen in der Vita des 32-fachen A-Nationalspielers, ein Großteil davon in zwölf Jahren Bundesliga beim EC Bad Tölz, VfL Bad Nauheim, EV / SB Rosenheim. Sportliche Highlights des robusten Verteidigers: Deutscher Juniorenmeister 1970 mit den „Tölzer Buam“, WM-Teilnehmer 1973 in Moskau unter Bundestrainer Gerhard Kießling, B-Weltmeisterschaft 1974 in Ljubljana (seinerzeit Jugoslawien), Bundesliga-Dritter mit dem VfL Bad Nauheim 1974, Bundesliga-Aufstieg mit Eintracht Frankfurt 1986, Sprung in die Oberliga 1990 mit dem EC Diez-Limburg.

 Angesammelt haben sich auch zahlreiche Anekdoten: von außergewöhnlichen Mit- und Gegenspielern, von Sport- und Privat-Reisen. Beispielsweise nach Honolulu: „Die Fachzeitschrift >Sportkurier< bot das per Anzeige an. Für 1.600 DM pro Person zum Eishockeyspielen auf die drittgrößte Insel des Hawaii-Archipels. Ungefähr 25 Personen haben das als Selbstzahler mitgemacht“, erzählt Helmut Keller. Oder „der Trip mit der B- Nationalmannschaft nach Seoul in Südkorea - nur mit kleiner Reisetasche und unserer Ausrüstung. Wir wohnten beim YMCA. Während der Freundschaftsbegegnung spielte eine Blaskapelle hinter einem mickrigen 1-Meter-Gitter. Einige Spieler machten sich einen Spaß daraus, die armen Kerle abzuschießen.“ Und. Und. Und...

 Der am 16.11.1952 im eishockeyverrückten Bad Tölz geborene Keller kam zwangsläufig von der Pike auf mit dem Eissport in Kontakt, weil sein Vater als Eismeister beim ECT fungierte. Den Umgang mit Puck und Schläger erlernte der ehrgeizige junge Mann ebenso wie die Disziplin Eisschnelllauf - allerdings im über 100 Kilometer entfernten Inzell.

 Im Alter von zwölf konzentrierte sich das Talent dann ganz auf den EC Bad Tölz, bei dem er mit „Spezi“ Willi Feierabend die Jugend- und Junioren-Teams durchlief und parallel eine Elektrikerlehre absolvierte.

 Als zuverlässigen und kampfstarken Defender schätzte ihn sein Trainer Ladislav Olejnik, der 1972 ebenso wie Keller nach Hessen zum VfL Bad Nauheim wechselte. Vier Spielzeiten sollte die erste Episode in der Kurstadt andauern.

 Im Hochwald-Krankenhaus („die Patienten wollten immer meinen bayrischen Dialekt hören“) arbeitete er als Krankenpfleger, in Frankfurt-Hoechst ging Keller zur Berufsschule - mit dem Ziel, Masseur zu werden. Anlässlich der Weltmeisterschaft 1973 in der UdSSR „war ich sechs Wochen weg, habe zu viel Stoff verpasst und das hat sich dann zerschlagen“, erinnert er sich an das lange Turnier in Moskau mit zehn Begegnungen im Hin- und Rückspiel-Modus. 1:17 und 2:18 verlor das bundesdeutsche Team gegen die alles überragende „Sbornaja“, das entscheidende Duell gegen Polen ging 1:4 verloren. Am Ende stand der Abstieg in die B-Gruppe. Für Helmut Keller und VfL-Mannschaftskollege Paul Langner blieb es dennoch ein unvergessliches Erlebnis. „Die Finnen und Schweden wohnten im gleichen Hotel. Das war schon außergewöhnlich.“

 Im VfL-Trikot verteidigte die Nummer 14 oft im Duo mit Manfred „Tiger“ Müller. Beide treffen sich noch heute regelmäßig bei EC-Heimspielen im Colonel-Knight-Stadion. An den „leider viel zu früh verstorbenen Thomas Fauerbach oder Dietmar Ruppel“ erinnert sich Keller beim Stichwort „Bad Nauheim“. Das Torhüter-Gespann bildeten in dieser Ära Sture Leksell und Dieter Jehner.

 In einer bekannten Langgönser Diskothek lernte der „Wahl-Mittelhesse“ aus Oberbayern seine erste Ehefrau Uschi aus Weilmünster kennen. Tochter Stefanie erblickte im Bad Nauheimer Hochwaldkrankenhaus das Licht der Welt.

 1976 lockte der EV Rosenheim den vorbildlichen Sportsmann, der „immer fürs Eishockey gelebt, nie geraucht und kaum Alkohol getrunken“ hat, an den idyllischen Alpenrand. An der Mangfall wurde die zweite Tochter, Tina, geboren und Keller, der „nebenbei“ einen Schallplattenladen führte, erlebte 1978 den finanziellen EVR-Ruin hautnah mit. Über 1 Million DM Schulden hatten sich angehäuft.

 

 


 Um die Bundesliga-Zugehörigkeit zu retten, übernahm der aus Inzell stammende „ZDF-Fernsehkoch“ Max Inzinger das Vorstandsamt, der ehemalige Zehnkampf-Weltrekordler Kurt Bendlin wurde als Konditions- und Krafttrainer installiert und einige Prominente wie Jürgen Marcus oder Rainer Holbe unterschrieben Mitgliedsanträge. Und man fand die Lücke in den Verbandsstatuten: Der EV Rosenheim fusionierte mit dem Landesligaverein TC 1860 Rosenheim und schloss sich als Abteilung dem Sportbund DJK Rosenheim an, der im Eishockey-Oberhaus verbleiben durfte.

„Ich bin alle 14 Tage zwischen Rosenheim und Weilmünster gependelt. Meine Frau wollte wieder fest zurück nach Mittelhessen“, sagt Helmut Keller, der 1980 sein Comeback am „Großen Teich“ feierte. Trotz namhafter Mitspieler wie Claire Alexander, Josef Völk, Manfred Müller, Paul Langner, Rolf Knihs, Kaj Nilsson, Bob Collyard, James Münch, RainerWesener, Mike Wehrmann oder den Pöpel-Brüdern verschliss der VfL mit Paul Theriault, Werner Bachmann und Jaroslav Walter drei Trainer. Über die Relegation schaffte die Truppe um Kapitän Helmut Keller den Klassenerhalt. Die wirtschaftlichen Probleme rückten danach mehr und mehr in den Vordergrund. Mit dem ehrgeizigen Trainer Peter Ustorf (später von Vladimir Cechura abgelöst), den Kanada-Importcracks Mike Zettel und Bill Lochead und einem „Sack voll Schulden“ ging es in die verhängnisvolle Saison 1981/82, an deren Ende der Kollaps stehen sollte.

 Nur das „C“ auf der Brust blieb: Helmut Keller zog es zum Zweitligisten Eintracht Frankfurt. Dessen „Macher“ Günther Herold lotste die „halbe Mannschaft aus der Nauheimer Konkursmasse“ an den Main. Erneut begannen vier „sehr schöne Jahre, die mit dem Bundesliga-Aufstieg 1986 in der neuen Eissporthalle am Ratsweg gekrönt wurden.“

 Drei Monate nach einem im Dezember erlittenen Kreuzbandriss stand Keller beim letzten Heimauftritt gegen den SC Riessersee (2:1) wieder im Kader und genoss den Triumph vor eigenem Publikum in vollen Zügen.

 Einen weiteren Aufstieg feierte er mit dem EC Diez-Limburg in die Oberliga (1990). Nach einem Jahr als Trainer beim damaligen Regionalligisten EHC Neuwied sowie als Spielertrainer der neu gegründeten Limburger EG, beendete der sympathische „Vollblut- Sportler“ 1994  die aktive Laufbahn.

 In Weilmünster hat Helmut Keller Wurzeln geschlagen - mit der zweiten Ehefrau Katja und Sohn Janis. Von 1982 bis 1997 leitete er das „Domino Pub“, heute arbeitet Keller mit seinem Hausmeisterservice halbtags für die Gemeinde. Zudem fungiert der 63-Jährige als 2. Vorsitzender sowie F- und E-Jugend-Fußballtrainer der SG Weiltal.

 In der Weihnachtszeit tritt er in die väterlichen Fußstapfen als Eismeister der Kunsteisbahn auf dem Marktplatz. „Immer eine tolle und stimmungsvolle Sache“, meint der „Skorpion“, der zwei Fehler bei sich ausgemacht hat: „Zum einen kann ich nicht >Nein< sagen – weder auf bayrisch noch auf hessisch. Zweitens: Ich kann nicht >Schafkopfen<. Das stand bei Bundestrainer Xaver Unsinn hoch im Kurs. Vielleicht hat mich das die Olympischen Spiele 1976 gekostet?“ Vor dem Fernseher und „auf Abruf“ verfolgte Keller zuhause den überraschenden Bronzemedaillen-Gewinn in Innsbruck…

 Im Tor seiner persönlichen Top-Six steht Dieter „Birnchen“ Jehner. „Ein absolut zuverlässiger und sympathischer Mannschaftskollege“, berichtet Keller, der für die Verteidigung natürlich den langjährigen Partner Manfred Müller nominiert. „Wenn die Zuschauer riefen >Tiger, Blut<, dann war es kurz darauf meistens soweit …“ Rainer Philipp („einer der schnellsten und torgefährlichen Stürmer“), Trevor Erhardt („exzellenter, kampfstarker Mittelstürmer bei Eintracht Frankfurt, der auch ein Jahr für den EC aktiv war“) und CSSR-Nationalspieler Jirí Holík („SBR-Mäzen und Fleischgroßhändler Josef März - mit besten Kontakten zum damaligen bayrischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß ausgestattet - lotste ihn damals zusammen mit Oldrich Machac sozusagen >durch den eisernen Vorhang< nach Rosenheim“) bilden die Offensive. An der Bande: Ladislav Olejnik, „ihm habe ich es zu verdanken, so weit gekommen zu sein“.

 

TEXT: Holger Hess (EC News 2016/17)

Rückblick 2015: Champions treffen auf Legenden

Ein Stelldichein der besonderen Art fand am Samstagnachmittag auf der Schlittschuhbahn in Weilmünster statt.
Eismeister und ehemaliger Nationalspieler Helmut Keller war es gelungen, seinen Freund und ehemaligen Mitstreiter Manfred „Tiger“ Müller, mit der U12 des EC Bad Nauheim zu einem Showtraining auf’s Eis zu holen.
Der im Allgäu geborene Müller gilt im deutschen Eishockey als einer der markantesten Abwehrspieler der 70er und 80er Jahre und ist bereits seit 1974 in Bad Nauheim verwurzelt. Dort fungiert er als Nachwuchstrainer und bot mit der U12 des EC Bad Nauheim auf der Eisfläche in Weilmünster eine beeindruckende Trainingseinheit. Selbstverständlich lies es Helmut Keller sich nicht nehmen, selbst die Schlittschuhe zu schnüren, das Trikot der „Roten Teufel“ überzustreifen und den „Tiger“ zu unterstützen.

Dazu passend hatte sich Michael Heilmann von Augenoptik-Fuhlrott eine tolle Überraschung einfallen lassen. Der Dauerkarteninhaber des EC Bad Nauheim gilt als großer Fan der Weilmünsterer Trendsportart „Eisbügeln“ und hat es sich in den vergangenen Jahren nicht nehmen lassen, die amtierenden Meister im Eisbügeln zu einen Spiel des Zweitligisten nach Bad Nauheim einzuladen. Als ganz besondere Prämie erhalten ab sofort alle Champions der „Hessischen Eisbügelmeisterschaften“ von Heilmann ein individualisiertes Eishockeytrikot. Im Rahmen des Showtrainings übergab nun das Team von Augenoptik-Fuhlrott gemeinsam mit dem Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Weilmünster als Ausrichter der Meisterschaften die jeweiligen Trikots an die Champions der Jahre 2011-2014.

Fotos: Dorothee Henche

Fotos: Dorothee Henche